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Johann Vogel: Viel Erfahrung für die Nachwuchsabteilung

  • 12.07.2019

Mit 94 Länderspielen zwischen 1995 und 2007 belegt Johann Vogel in der Liste mit den meisten Einsätzen für das Schweizer A-Nationalteam den 5. Platz. Mehr Partien bestritten einzig Heinz Hermann (118), Alain Geiger (112), Stephan Lichtsteiner (aktuell 105) und Stéphane Chapuisat (103). Vogels Karriere auf Vereinsebene ist ebenso bemerkenswert. Der 42-jährige Genfer spielte für den Grasshopper-Club Zürich, für die PSV Eindhoven, die AC Milan, Betis Sevilla und die Blackburn Rovers. Seinen Erfahrungsschatz gibt der ehemalige Mittelfeldstratege heute im Schweizerischen Fussballverband weiter, dessen U-19-Nationalteam er trainiert. Für den Schweizer Nachwuchs und die jungen Spieler, die sich von Vogels Karriere inspirieren (lassen) wollen, ist das ein Glücksfall.

Johann Vogel, Sie haben per 1. Mai 2019 den Trainerposten des U-19-Nationalteams übernommen. Wie verliefen ihre ersten Wochen und Monate im Amt?

Sehr gut, ich finde mich immer besser zurecht. Weil ich es schon immer geliebt habe, zu vermitteln, auszubilden und zu betreuen, hat sich diese Aufgabe anerboten. Ich mag es, wenn die Jungen davon träumen, eine grosse Karriere zu lancieren. Dafür arbeite ich.

Es braucht vermutlich dennoch eine gewisse Eingewöhnungsphase.

Mein Ziel ist es, möglichst schnell die Funktionsweise und die Strukturen des SFV kennenzulernen und mir alle nötigen Informationen über meine Spieler zu beschaffen. Herauszufinden, mit wem und wie ich zusammenarbeiten kann. Hierzu kann ich auf die Hilfe der anderen Nationaltrainer zählen, mit denen ich in sehr engem Kontakt stehe. Ihre Erfahrung vereinfacht meine Integration.

Wissen Ihre Spieler über Ihre Karriere Bescheid oder sind sie dafür zu jung?

Sie sind zu jung dafür, um mich als Spieler gekannt zu haben. Dafür kennen sie die Clubs, für die ich gespielt habe, und wissen, dass ich U-18-Trainer beim Grasshopper-Club Zürich war. Das wiederum hat dafür gesorgt, dass ich die meisten Spieler bereits kenne und sie mich.

Welche Botschaften gibt ein ehemaliger Captain des Schweizer Nationalteams seinen Spielern mit auf den Weg?

Erfolg beruht auf gewissenhafter Arbeit im Training. Die Spieler müssen zu 100 Prozent bereit sein und jedes Wochenende spielen wollen. Die Motivation, ein grosses Kämpferherz und Siegeswille spielen eine wichtige Rolle. Parallel dazu muss es das Ziel der Jungen sein, auf möglichst viele Einsatzminuten im Club zu kommen, um es im Idealfall bis ins A-Nationalteam schaffen zu können. Ich sage bewusst im Idealfall, weil es enorm schwierig ist, auf diesem Niveau bis ganz nach oben zu gelangen. Viele sind berufen, doch nur wenige auserwählt. Diese Botschaft gebe ich ihnen mit auf den Weg. Im Alter zwischen 17 und 19 Jahren kann im Leben dieser jungen Spieler so viel passieren. Manchmal ist es schwierig, den richtigen Entscheid zu fällen. Unser Ziel ist es, sie weiterzuentwickeln und individuell voranzubringen.

Der SFV investiert viel in seinen Nachwuchs. Ist das der Schlüssel zum Erfolg?

Ja, das ist er. Was die Nachwuchsarbeit betrifft, muss sich der SFV im europäischen Vergleich nicht verstecken. Wir sind sehr leistungsfähig. Handkehrum haben wir als eher kleines Land weniger lizenzierte Spieler. Das verpflichtet uns dazu, bei der Talentsuche und –ausbildung sehr genau und zielgerichtet vorzugehen.

(SFV / Bild: Keystone-SDA)

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