Geschichte des Schweizer Frauenfussballs

Auf den Spuren des schweizerischen Frauenfussballs stösst man auf einen Artikel aus dem Jahre 1923, in welchem über „Les sportives“, eine neu gegründete Frauenfussball-Mannschaft berichtet wird. Weitere Berichte über diese Mannschaft gibt es leider nicht, dafür tauchte (allerdings erst im Jahre 1965) die 1963 gegründete Mannschaft „FC Goitschel“ in den Medien auf.

Sie spielte zuerst nur auf Grümpelturnieren, bis dann 1967 ein erstes Freundschaftsspiel gegen eine kombinierte Elf aus Wohlen und Zürich stattfand. Daraufhin baten die Gründerinnen des FC Goitschel den Schweizerischen Fussballverband, offizielle Spiele im Rahmen des SFV durchführen zu können. Dieser lehnte dies ab, bot den Frauen jedoch als Alternative an, sich zu Schiedsrichterinnen ausbilden zu lassen. Das Angebot wurde prompt von 14 Frauen angenommen und stellte einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum aktiven Spielen dar.

1965 war auch das Jahr, in welchem der Schweizerische Fussballverband Madeleine Boll irrtümlicherweise einen Spielerpass ausstellte. So konnte das Mädchen mit den C-Junioren des FC Sion das Vorspiel des UEFA-Cup Spiels zwischen dem FC Sion und Galatasaray Istanbul bestreiten und geriet dadurch in die internationale Presse. Der SFV reagierte mit dem Rückzug der Spielerlizenz und erklärte diesen Schritt damit, dass nur männliche Spieler zur Qualifikation berechtigt seien.

1969 wurde eine inoffizielle Frauenfussball-Meisterschaft gespielt und 1970 die Schweizerische Damen-Fussball-Liga gegründet (SDFL). Unter dieser wurden auch erste internationale Spiele ausgetragen.

1993 wurde der Frauenfussball endlich in den SFV integriert. 2004 wurde das Ausbildungszentrum für Mädchen in Huttwil eröffnet und 2013 erfolgte der Umzug nach Biel.

2015 qualifizierte sich die A-Nationalmannschaft erstmals für eine WM-Endrunde. Sie erreichte in Kanada die Achtelfinals.

 

Meilensteine im Schweizer Frauenfussball

 

  • Saison 1969/1970, in der Westschweiz fand die erste inoffizielle Frauenfussball-Meisterschaft der Schweiz statt. Sie wurde vom DFC Sion gewonnen.
  • 24. April 1970, in Bern wurde die Schweizerische Damen-Fussball-Liga (SDFL) mit damals zehn Vereinen gegründet. Diese Frauenteams wurden in die damalige ZUS (Zusammenschluss der Unteren Serien) integriert, sollten sich jedoch durch einen eigenen Ausschuss selbst verwalten.
  • Saison 1970/1971, erste offizielle Meisterschaft. Die 18 Teams wurden in drei Gruppen eingeteilt und am Ende der Saison konnte sich der FC Aarau als Schweizer Meister feiern lassen.
  • 1970, erstes internationales Spiel der Schweiz; Schweiz-Österreich 9:0
  • 1993, die Damen-Fussball-Liga wurde aufgelöst und der Frauenfussball in den SFV integriert.
  • 1995, Umstrukturierung der Technischen Abteilung des SFVs; Schaffung der vier Ressorts Ausbildung, Breitenfussball, Spitzenfussball und Auswahlen. Die Frauennationalteams wurden dem Ressort Auswahlen und die übrigen Belangen des Frauenfussballs dem Ressort Breitenfussball zugeordnet. Die gezielte Rekrutierung von jungen Fussballerinnen sollte mit der Verwirklichung von vermehrten Spielgelegenheiten möglich sein. Die Tatsache, dass an der offiziellen Meisterschaft im Schulfussball jährlich über 40 000 Schülerinnen teilnahmen, gab einen deutlichen Hinweis auf das vorhandene Potential an Nachwuchsspielerinnen.
  • Saison 1997/98, erstmals wurde eine Fussballerin des Jahres gewählt. Die Wahl fiel auf Sonja Spinner vom SV Seebach.
  • Seit der Saison 2000/2001 wird der Cupfinal der Frauen als Prolog zum Cupfinal der
    Männer ausgetragen.
  • Saison 2001/2002 nahm das Frauenteam des FC Bern an der ersten europäischen Klubmeisterschaft, dem UEFA-Frauenpokal, teil.
  • 2004, das Ressort Mädchen- und Frauenfussball wird eingeführt.
  • 2004, ein Ausbildungszentrum für Mädchen wird in Huttwil eröffnet.
  • 2006, im Ressort Mädchen- und Frauenfussball wird eine Assistentin angestellt.
  • 2006, erstmaliges Stattfinden der U-19 Europameisterschaft in der Schweiz.
  • 2006, erstmalige Qualifikation für die U-20 Weltmeisterschaft in Russland.
  • 2009, die U-19 erreicht an der Europameisterschaft in Weissrussland den Halbfinal.
  • 2010, der Cupfinal wird wieder als eigenständige Veranstaltung ausgetragen.
  • 2010, zweite Qualifikation für die U-20-Weltmeisterschaft in Deutschland.
  • 2010, erstmals gewinnt das Frauen A-Team eine WM-Qualifikationsphase. In den WM-Play-offs scheitert die Schweiz schliesslich an Italien.
  • 2011, die U-19 scheitert an der Europameisterschaft in Italien erneut im Halbfinal.
  • 2012, erstmalige Qualifikation für die U-17-Europameisterschaft in Nyon, die Schweiz verliert das Spiel um Platz 3 im Elfmeterschiessen.
  • 2012, dritte Qualifikation für die U-20-Weltmeisterschaft in Japan.
  • 2012, die U-17 scheitert an der Europameisterschaft in Nyon erst im Halbfinale.
  • 2013, Umzug des Ausbildungszentrums von Huttwil nach Biel.
  • 2014, das Frauen A-Team qualifiziert sich erstmals für eine Weltmeisterschaft und dies als souveräner Gruppensieger.
  • 2015, das Frauen A-Team erreicht an der Weltmeisterschaft in Kanada die Achtelfinals, wo es knapp an Gastgeber Kanada scheitert.
  • 2015, die U-17 erreicht an der Europameisterschaft in Island das Finale und unterliegt dort Spanien.
  • 2016, die U-19 spielt die Europameisterschaft in der Slowakei.
  • 2016, das A-Team qualifiziert sich für die Europameisterschaft in den Niederlanden.

 

 

Erfolgreichste Clubs

 

FC Zürich Frauen (ehemals SV Seebach Zürich und FFC Zürich Seebach)

  • 20 Meistertitel
  • 12 Cupsiege

BSC Young Boys (ehemals DFC Bern und FFC Bern)

  • 11 Meistertitel
  • 15 Cupsiege

FC Luzern Frauen (ehemals FC Sursee, SC LUwin.ch)

  • 5 Meistertitel
  • 4 Cupsiege
zurück